Vortragsmeeting mit Dr. Arno Beyer

Am 02.08.2017 besuchte uns Herr Dr. Arno Beyer vom NDR. Nachdem er sich kurz als Stellvertretender Intendant und Direktor des Landesfunkhauses Niedersachsen (in Personalunion) vorstellte, eröffnete er seinen äußerst interaktiven Vortrag direkt mit Fragen in das Publikum. Wie hoch ist der Rundfunkbeitrag? Wird heute mehr Fernsehen als früher geschaut? Diese und andere Fragen brachten alle sofort ins Grübeln und die volle Aufmerksamkeit war Herrn Dr. Beyer sicher.

Ohne Power-Point-Präsentation und viel Brimborium fuhr Herr Dr. Beyer sodann fort, indem er die allgemeine Rechtfertigung und Struktur des Rundfunks in Deutschland erklärte. So habe gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk bis 1984 eine Monopolstellung innegehabt. Erst ab dann wurden auch private Rundfunkanbieter wie Sat. 1 und ProSieben zugelassen, die auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (gemeint sind damit das Erste (volkstümlich die ARD), das Zweite (ZDF) sowie mehre „kleine Dritte“ wie Arte oder 3sat) für einen Umschwung sorgten und manch alte verkrustete Struktur aufgebrochen wurde. Obgleich der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon damals wie heute immer wieder totgesagt wurde und wird, hat er sich bis heute gegen alle Widerstände bewährt.

Besonders hervorgehoben hat Herr Dr. Beyer dabei auch, dass etwa „altehrwürdige“ Formate wie die Tagesschau heute weiterhin Tag für Tag über 10 Mio. Zuschauer haben und auch die Zukunftsprognose keine gegensätzliche Entwicklung voraussagt. Insofern nehmen gerade die klassischen Formate heute weiterhin trotz starker Konkurrenz durch das Internet und Social Media weiterhin eine zentrale Funktion ein. Dies sei insofern auch auf den demographischen Wandel zurückzuführen, da sich die Bevölkerung mit steigendem Lebensalter eher für die Tagesschau interessiere, obgleich diese auch bei Menschen zwischen 20 bis 30 Jahren (also genau das Altern, in den man typischerweise Rotaracter ist) jedenfalls was die Zuschauerzahlen anbelangt gut ankomme.

In der späteren Fragerunde war sodann vor allem der allzeit umstrittene Rundfunkbeitrag von Interesse, der derzeit bei 17,50 € liegt und von jedem Haushalt pauschal zu zahlen ist. Herr Dr. Beyer hat dabei anschaulich aufgezeigt, wofür er verwendet wird und noch interessanter: wie er überhaupt zustande kommt. So müsse dieser erst einmal durch 16 Landesparlamente und unterliege zudem einer äußerst strengen Kontrolle durch die Rechnungshöfe. Insofern sei der Rundfunkbeitrag einer der am sorgfältigsten überwachten staatlichen Beiträge in Deutschland, was zugleich die Gewähr biete, dass er stets anhand des tatsächlichen Bedarfs berechnet ist.

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Beyer für den sehr pointierten Einblick in seine Arbeit und die sehr lebhafte Vortragsweise. Es wurde wieder einmal bewiesen: bei Rotaract kommt man abends zum Meeting, ohne das Thema wirklich vertieft zu kennen und hat danach einen tollen Einblick und möchte am liebsten immer mehr darüber wissen.