Vortragsmeeting Fahrzeugtechnik 13.09.2017

Es war einmal vor langer Zeit… so beginnen gewöhnlicherweise Märchen, jedoch könnte man damit auch die Einleitung des Vortrags von Kai Hylla vom Rotary Club Lehrte-Burgdorfer Land beschreiben. So ging es in seinem Vortrag am 13.09.2017 zwar hauptsächlich um moderne Fahrzeugtechnik, jedoch begann er seine Darstellung mit einem der ersten wichtigen Fortbildungsmittel – der Kutsche, die wir heute nur noch bei besonderen Anlässen wie etwa Hochzeiten oder historischen Stadtrundfahrten sehen.

Nach und nach entwickelte sich dabei die Fortbewegung weiter, bis mit dem Modell T von Ford auch das erste Automobil entstand. Von dort an wurde das ursprüngliche Automobil immer weiter verfeinert. Nachdem dabei über viele Jahrzehnte vor allem das Fahren und die Freude daran im Vordergrund standen, haben sich mittlerweile die Anforderungen gewandelt.

So werde heute viel mehr Technik in Autos verbaut. Daher liege ein besonderer Fokus der Hersteller mittlerweile auch auf diesen Zusatzleistungen, die zudem ertragreicher sind als der reine Autoverkauf.

Ausgehend hiervon präsentiere Kai Hylla die verschiedenen Stufen des Autofahrens. So sei mittlerweile vom rein manuellen über das assistierte, teilautomatisierte und hochautomatisierte Fahren bis hin zum vollständig fahrerlosen Fahren bereits alles möglich. Als anschauliches Beispiel für das vollständig fahrerlose Fahren führte er uns einen Film zum Audi pilot driving vor. Im Rahmen dieses Programm ist es Audi etwa gelungen, ein Auto komplett selbst über 900 km fahren zu lassen. Insofern schreitet hier die Technik rasant voran, obgleich sie bei weitem noch nicht bereit ist, in Serie zu starten. So fehlten hier auch noch viele gesetzliche Regelungen, insbesondere mit Blick darauf, ob Mensch oder Maschine für Unfälle haften.

Obgleich damit im PKW-Bereich noch viel getan werden müsse, bis das völlig autonome Fahren Wirklichkeit werden kann, so sei dies bei LKW anders. So gebe es auch bereits entsprechende Projekte in Minen, wo 12 vollautomatisierte kleinere LKW dasselbe kosten wie ein großer LKW, der von einem speziell dafür ausbildeten Fahrer gesteuert wird. Dieser Fortschritt liege indes vor allem an den Rahmenbedingungen, da sich diese in einer Mine dem autonom fahrenden Fahrzeug anpassen könnten, was im normalen Straßenverkehr nicht möglich sei.

Neben dem besonderen Fokus auf autonomen Fahren erzählte uns Kai Hylla jedoch auch noch einiges darüber, wie die Technik das zukünftige manuelle Fahren erleichtern kann. So sei es etwa möglich, gewisse regelmäßige Tagesabläufe durch die Maschinen anlernen zu lassen, sodass etwa immer morgens um 8:00 Uhr das Auto bereits warm sei oder für eine häufig gefahrene Strecke eine optimale Federung bereits voreingestellt sei.

Insgesamt gesehen war es ein hochinteressanter Vortrag, der uns anschaulich vor Augen geführt hat, was technisch möglich ist bzw. in naher Zukunft sein wird. Zudem wissen wir jetzt, dass sich die Automobilbranche langsam aber sicher von ihrem Verständnis als Autoverkäufer entfernt und sich nunmehr viel stärker als Mobilitätsdienstleister versteht.