Mediensucht 11.04.2018

Mediensucht in ihren mannigfaltigen Facetten – mit diesem Thema wurden wir am Mittwoch, 11.04.2018 um 19:30 Uhr von unserem Referenten des Abends Herrn Eberhard Freitag, Diplom-Pädagoge und Einrichtungsleiter der return – Fachstelle Mediensucht, begrüßt.

Gleich zu Beginn seines Vortrags machte uns Herr Freitag deutlich, dass gerade im Zeitalter der Digitalisierung vieles im Netz stattfinde und deshalb heutzutage jeder und jede potenziell von Mediensucht gefährdet sei. Mediensucht fange außerdem nicht bereits dann an, wenn jemand 24/7 vor dem Computer sitzt oder dauerhaft Online-Videos streamt, sondern gerade bei Jugendlichen schon dann, wenn die Medien plötzlich wichtiger werden als das gemeinsame Abendessen mit der Familie oder physische „face-to-face“-Verabredungen mit Freunden.

Um uns diese Aussage näher zu bringen, referierte Herr Freitag vertieft über Computerspielsucht sowie Online-Pornographie. Bei beiden Themenbereichen waren wir überrascht, wie viele Menschen dies heutzutage betrifft. So hätten über 80 % aller Menschen in Deutschland (altersunabhängig) bereits einmal einen Porno gesehen, was gleichzeitig bedeutet, dass rein statistisch gesehen von den etwa 25 anwesenden Mitgliedern und Gästen beim Vortrag bereits 20 Personen einen Porno gesehen haben. Daneben fühlten wir uns gerade bei der Computerspielsucht (zugegeben eher die männlichen Mitglieder und Gäste) an unsere eigene Kindheit und Jugendzeit erinnert. Während wir wegen Studium und/oder Job damit zumeist irgendwann aufgehört haben, könnten dies nach der Darstellung von Herrn Freitag ganz viele andere nicht. So habe er bereits viele Studierende und Azubis in der Beratung erlebt, deren beruflicher Erfolg gerade wegen exzessiven Computerspielens gefährdet gewesen sei.

Herr Freitag machte uns im weiteren Verlauf seines Vortrags deutlich, dass eine aktive Mediennutzung jedoch nicht per se schlecht sei, aber in Maßen geschehen müsse. Genau dies sei auch das Ziel der Einrichtung return, die nicht gegen jede Mediennutzung appelliere, sondern für einen maßvollen und verantwortungsvollen Umgang berate. Gerade diese Art von Beratungsarbeit sei dabei auch erforderlich, denn insbesondere Eltern könnten dies nicht aus eigener Kraft für ihre Kinder leisten.

Wir bedanken uns bei Herrn Freitag für den spannenden Einblick in seine Tätigkeit und wünschen der Beratungsstelle return – Fachstelle Mediensucht weiterhin viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit. Weitere Informationen zu Herrn Freitag und seiner Arbeit finden sich auch unter www.return-mediensucht.de.