Vortragsmeeting Stadionsprecher – Jongleur der Emotionen? 11.10.2017

Im Nachhinein hat unsere Mithilfe beim Rotary Radrennen in Hannover nicht nur 100.000 Impfungen gegen Polio gebracht, sondern auch den Kontakt zum Referenten des heutigen Abends, Herrn Christian Stoll. Nachdem dieser direkt zugesagt hat, war es am 11.10.2017 soweit und der Stadionsprecher von Werder Bremen und zugleich rotarischer Freund aus dem Club Hannover-Eilenriede berichtete uns unter dem Thema „Stadionsprecher – Jongleur der Emotionen?!“ über seine Arbeit und seine Erlebnisse als Stadionsprecher von Werder Bremen und auch zeitweise des DFB.

Herr Stoll begann zunächst damit, auf die Historie der Rolle des Stadionsprechers einzugehen. So war seine Popularität anfangs mangels vorhandener Videowände äußerst begrenzt, sodass er vor allem durch seine Stimme aufgefallen ist, ihn die Zuschauer aber nicht sehen konnten. Diese alte Tradition durchbrach erstmals Udo Scholz, ehemaliger Stadionsprecher vom 1. FC Kaiserslautern, der näher an den Fans sein wollte und auch eigene Aktionen in der Halbzeitpause in den Fanblöcken anbot.

Seinem Vorbild folgten viele Stadionsprecher und seitdem auch flächendeckend Videowände vorhanden sind, ist der Stadionsprecher zu einem unverzichtbaren Teil des Stadions geworden. Er hat vor allem deshalb heute eine zunehmend wichtigere Rolle, da die Zuschauer viel früher ins Stadion kommen und auch länger dort bleiben. Insofern liegt es vor allem an diesem, die Zuschauer zu unterhalten und zu informieren. Deshalb erfordert es nicht nur eine kräftige Stimme sowie guten Humor, um das Amt des Stadionsprechers auszuführen, sondern auch hohe intellektuelle und psychologische Fähigkeiten. Gerade Letztere betonte Herr Stoll angesichts gewisser Risikospiele (sein Beispiel sind die Spiele von Werder Bremen gegen den Hamburger SV) in besonderer Weise. Insofern seien auch regelmäßige Schulungen in diesem Bereich sehr wichtig. Das allerwichtigste sei jedoch nach wie vor die Authentizität und die hat man eben oder nicht. Da helfen auch keine Schulungen, sodass ein Stück weit Tradition dem Beruf des Stadionsprechers immer erhalten bleiben wird.

Nach seinem lebhaften Vortrag bot sich noch viel Gelegenheit für Rückfragen. Im Rahmen dieser ging Herr Stoll insbesondere darauf ein, dass die Sicherheit in und um die Stadien zunehmend zum Problem werde und die heutigen Fans teilweise ganze Pauken voller Bengalos heimlich mit ins Stadion bringen. Ein weiteres Problem seien die inzwischen sehr hohen Eintrittspreise, sodass sich viele Fans einen Stadionbesuch gar nicht mehr leisten können. Dies führt dazu, dass selbst der große 1. FC Bayern München nicht mehr immer ausverkauft ist.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Stoll für den spannenden Vortrag, der uns das Amt des Stadionsprechers in sehr pointierter Weise näher gebracht hat. Auch wenn sich nicht jeder bei uns aus dem Club für Fußball interessiert: gelernt haben wir alle etwas und können nun auch als nicht Fußballinteressierte sicherlich bei dem einen oder anderen Fußballfreund mit Detailwissen rund um den Stadionsprecher punkten.

Vortragsmeeting Fahrzeugtechnik 13.09.2017

Es war einmal vor langer Zeit… so beginnen gewöhnlicherweise Märchen, jedoch könnte man damit auch die Einleitung des Vortrags von Kai Hylla vom Rotary Club Lehrte-Burgdorfer Land beschreiben. So ging es in seinem Vortrag am 13.09.2017 zwar hauptsächlich um moderne Fahrzeugtechnik, jedoch begann er seine Darstellung mit einem der ersten wichtigen Fortbildungsmittel – der Kutsche, die wir heute nur noch bei besonderen Anlässen wie etwa Hochzeiten oder historischen Stadtrundfahrten sehen.

Nach und nach entwickelte sich dabei die Fortbewegung weiter, bis mit dem Modell T von Ford auch das erste Automobil entstand. Von dort an wurde das ursprüngliche Automobil immer weiter verfeinert. Nachdem dabei über viele Jahrzehnte vor allem das Fahren und die Freude daran im Vordergrund standen, haben sich mittlerweile die Anforderungen gewandelt.

So werde heute viel mehr Technik in Autos verbaut. Daher liege ein besonderer Fokus der Hersteller mittlerweile auch auf diesen Zusatzleistungen, die zudem ertragreicher sind als der reine Autoverkauf.

Ausgehend hiervon präsentiere Kai Hylla die verschiedenen Stufen des Autofahrens. So sei mittlerweile vom rein manuellen über das assistierte, teilautomatisierte und hochautomatisierte Fahren bis hin zum vollständig fahrerlosen Fahren bereits alles möglich. Als anschauliches Beispiel für das vollständig fahrerlose Fahren führte er uns einen Film zum Audi pilot driving vor. Im Rahmen dieses Programm ist es Audi etwa gelungen, ein Auto komplett selbst über 900 km fahren zu lassen. Insofern schreitet hier die Technik rasant voran, obgleich sie bei weitem noch nicht bereit ist, in Serie zu starten. So fehlten hier auch noch viele gesetzliche Regelungen, insbesondere mit Blick darauf, ob Mensch oder Maschine für Unfälle haften.

Obgleich damit im PKW-Bereich noch viel getan werden müsse, bis das völlig autonome Fahren Wirklichkeit werden kann, so sei dies bei LKW anders. So gebe es auch bereits entsprechende Projekte in Minen, wo 12 vollautomatisierte kleinere LKW dasselbe kosten wie ein großer LKW, der von einem speziell dafür ausbildeten Fahrer gesteuert wird. Dieser Fortschritt liege indes vor allem an den Rahmenbedingungen, da sich diese in einer Mine dem autonom fahrenden Fahrzeug anpassen könnten, was im normalen Straßenverkehr nicht möglich sei.

Neben dem besonderen Fokus auf autonomen Fahren erzählte uns Kai Hylla jedoch auch noch einiges darüber, wie die Technik das zukünftige manuelle Fahren erleichtern kann. So sei es etwa möglich, gewisse regelmäßige Tagesabläufe durch die Maschinen anlernen zu lassen, sodass etwa immer morgens um 8:00 Uhr das Auto bereits warm sei oder für eine häufig gefahrene Strecke eine optimale Federung bereits voreingestellt sei.

Insgesamt gesehen war es ein hochinteressanter Vortrag, der uns anschaulich vor Augen geführt hat, was technisch möglich ist bzw. in naher Zukunft sein wird. Zudem wissen wir jetzt, dass sich die Automobilbranche langsam aber sicher von ihrem Verständnis als Autoverkäufer entfernt und sich nunmehr viel stärker als Mobilitätsdienstleister versteht.

Vortragsmeeting Hospiz 31.08.2017

Am Donnerstag, den 31.08.2017, kamen uns Frau Caroline von Blanckenburg sowie Frau Christina Häcker besuchen, um uns etwas über das Thema Hospiz zu erzählen und uns damit Ideen dafür zu liefern, wie wir die Aktion in unserem Club umsetzen können.

Beide sahen dabei davon ab, einen Frontalvortrag mit Power Point zu halten, sondern erzählten uns vielmehr im Gespräch über die Hospizarbeit in Deutschland sowie ihre eigenen Erfahrungen. Zunächst gingen beide dabei auf die noch eher junge Geschichte von Hospizen ein, da es Hospize erst seit den 1980-er bzw. sogar erst seit Beginn der 1990-er Jahre gebe. Inzwischen sei man in Deutschland jedenfalls soweit gekommen, dass es 130 ambulante Hospize sowie 24 stationäre gibt und damit etwa 15.000 Menschen erreicht werden können. In Hannover existieren drei Hospize mit jeweils 8 Betten in Einzelzimmern. Diese nehmen nur Menschen auf, die bereits schwerstkrank sind und die Diagnose erhalten haben, dass sie nicht länger als 6 Monate leben werden. Insofern hätten auch viele der Bewohner bereits eine Pflegestufe erreicht. Das besondere bei Hospizen sei dabei vor allem, dass diese darauf angewiesen seien, dass die Menschen auch sterben, denn nur dann gebe es entsprechende finanzielle Mittel.

Nach diesem allgemeinen Überblick gehen beide auf die Unterschiede zwischen ambulanten und stationären Hospizen ein. So seien vor allem die ambulanten Hospize häufig im Nachteil, da diese hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen werden, die regelmäßig 2 – 4 Stunden pro Woche aufbringen können. Es gebe dabei nur eine hauptamtliche Koordinatorin, die jedoch bei fehlender Trägerschaft komplett aus Spenden finanziert werden müsse. Insofern sei dieser Beruf sehr volatil und die Sorge sei groß, dass das Geld für die Finanzierung der Arbeit nicht reiche. Anders dagegen bei stationären Hospizen, die zwar auch auf Spenden angewiesen sind, dessen Finanzierung aber aufgrund der gegebenen Trägerschaft halbwegs gesichert ist.

Besonders nah gingen allen Anwesenden vor allem die persönlichen Geschichten von Frau Häcker, die als Musikpädagogin arbeitet und häufig Sterbende begleitet. Gerade diese Geschichten haben verdeutlich, wie wichtig die Hospizarbeit doch ist, aber wie belastend sie zugleich sein kann.

Insofern wurde allen deutlich, dass sie gerne auch helfen und die Arbeit in Hospizen mit einer Sozialaktion unterstützen möchten. Hierzu stellten uns Frau von Blanckenburg und Frau Häcker mehrere Einrichtungen vor und es fand ein reger Ideenaustausch statt. Konsens ist dabei, dass es eine gezielte Förderung werden soll. Über die konkrete Aktion wird sich der Club zeitnah beratschlagen.

Wir bedanken uns in jedem Fall herzlich für den Einblick in die Hospizarbeit, die uns alle nachdenklich gestimmt hat, aber wir schauen nun auch mit viel Freude auf unsere neue Sozialaktion, die wir gerne durchführen werden.

Vortragsmeeting Tafel Hannover 30.08.2017

Am Mittwoch, den 30.08.2017, besuchte uns Frau Katja Kessler von der Hannöverschen Tafel. Frau Kessler selbst ist von Hause aus Volljuristin und hat mehrere Jahre als Justiziarin für die Stadt Hannover gearbeitet, ehe sie sich hauptamtlich der Tafelarbeit verschrieb. Nunmehr ist sie seit 9 Jahren die Leiterin der Hannöverschen Tafel, die Teil des insgesamt 930 Tafeln umfassenden deutschlandweiten Dachverbandes ist.

Zu Beginn ihres Vortrags spielte Frau Kessler einen Film aus 2004 ab, der die Geschichte der Tafelarbeit erzählt. So gibt es die Tafeln ursprünglich deshalb, da zu viele gute Lebensmittel weggeschmissen werden und die Tafel hiergegen etwas tun wollte. In Hannover selbst ist die Tafel mit zwei Hauptamtlichen (eine davon ist Frau Kessler) und ansonsten ausschließlich mit Ehrenamtlichen besetzt. Es werden jede Woche 130 Spender angefahren und mithilfe dieser Spender 2000 Menschen unterstützt. Die Ausgabe der Lebensmittel findet einerseits in Kirchengemeinden und andererseits auch in 40 sozialen Einrichtungen statt, die die Tafel regelmäßig anfährt. Dabei sei es ein wichtiger Grundsatz der Arbeit in Hannover, dass sich jeder das nehmen kann, was er gerne möchte. Fertige Essenstüten werden daher nicht gepackt. Zudem sei die Essensausgabe anders als bei vielen anderen Tafeln in der Region bislang noch vollständig kostenlos.

Sodann geht Frau Kessler vor allem auf die Schwerpunkte ihrer eigenen Arbeit ein. So sei es ihr sehr wichtig, dass vor allem Kinder unterstützt werden, denn für diese gebe es häufig zu wenig gesunde Ernährung. Zudem seien viele Angebote für Mittagessen nicht ausfinanziert, sodass auch hier die Tafel einen Beitrag leisten möchte. Zudem wirbt sie dafür, vor allem haltbare Lebensmittel zu sammeln und an die Tafel zu spenden, da es hieran immer mangele. Insgesamt nehme die Tafel aber alles gerne, was Menschen konsumieren, jedoch auf keinen Fall Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (mit Ausnahme etwa von Kaffee, Tee, Zucker). Insofern wirbt sie auch dafür, regelmäßige Sammelaktionen durchzuführen, da hierbei viele tolle Lebensmittel zusammen kämen, auf die die Tafel dringend angewiesen ist.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Kessler für den spannenden Vortrag, mit dem wir einen tollen Einblick in die Tafelarbeit gewinnen konnten. Nun sind wir uns umso sicherer, dass unsere Kauf-Eins-Mehr-Aktion, die wir jedes Jahr in der Adventszeit durchführen, für die Tafel einen echten Mehrwert bringt. Insofern werden wir sie in den nächsten Jahren auch weiterhin voller Tatendrang durchführen.